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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

sich seiner so wenig geschämt, daß sie ihn, da sieschon im ganzen Glanze ihres geistlichen Ruhms stand,dem ehrwürdigen Abt zu Elugni (kstrus Vsns-rakilis) empfahl, der ihn dem Bischöfe zu Parisempfehlen sollte. Die Schuld ibrer Verführung ge-stand Abälard frcy; sie selbst hat sich über diesenPunkt ihrem Verehrten ins Angesicht, mit einer be-scheidenen und so ungewöhnlichen Offenheit, erklärt,daß sie in ihrer Schuld selbst als eine Jungfrau da-steht.Zweycrley, sagt sie, ich bekenne cs, zweyVorzüge waren dir eigen, womit du jedes weiblicheHerz sofort an dich ziehen konntest, Anmuth imSprechen, Grazie im Gesänge; Dinge, um welchesich sonst die Philosophen am wenigsten bekümmern.Spielend, zur Erholung von philosophischen Uebun-gen, verfaffetest du mehrere Liebesgesänge, die derunendlichen Anmuth ihres Ausdrucks und ihrer Me-lodien wegen oft und häufig gesungen wurden, sodaß dein Name in Aller Munde war und auch Un-gelehrten durch deine süßen Gesangweisen wohlbekanntward. Dies insonderheit flößte unserm Geschlecht«die sehnende Liebe zu dir ein. Und da der größesteTheil dieser Gedichte unsre Liebe besang, so wardich durch sie vielen Gegenden bekannt und von vielenmeines Geschlechts beneidet. Denn welch ein Gutdes Geistes oder des Körpers schmückte nicht deineJugend?"

Hiezu kam Abälards Ruhm. Wie Paris fürden Sitz der Wissenschaften, galt er für den größtenPhilosophen der Welt.Keine Entlegenheit der Ge-gend*), (sagt einer seiner Freunde) keine Höhe der

*) S. bist, oslariut.