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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

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mal in lebendem Bilde der Parnaß vor mir stand,wie er aus Raphaels unsterblichem Gemahlde inder Seele des Träumenden lebte. Die Dichter allerZeiten, in Gruppen gelagert, wurden mir jetzt sicht-bar. Was empfand ich, als ich euch sah, ihr hohenSeelen der Verganqenbeit, deren Gedanken und Tonein zahllosen Seelen unsterblich leben. Wie viele der-selben wachten in mir auf! Wer zuerst zu mirtrat, war Kleist. Ich kannte ibn, ohne daß manihn nannte; in seinem Anblick klangen mir dieTone: *)

,,Jch mahlte die Natur,

Belauscht' und haschte den Lenz auf blumigerFlur;

Mich liebte der West und der Lerchen Heer,

Und Nachtigallen sangen, wo ich sang, um michher.

Ich pries die Tugend, die ich empfand."

Freundlich befragte er mich um feinen FreundGleim, und führte mich zu den friedlichen Grup-pen aller Erlesenen. Jdyllen-Fabel-Iyrische Dichter;auch in Elysium setzten sie ihre lehrreich-frohen Spie-le fort, in lieblicheren Tönen, als manchem ihrer dieirdische Lyra gegönnt hatte. Petrarka und Pin-dar, Sappho und Anakceon, Horaz undUz, Theokrit und Gcßner; sie thatcn dort,was sie hier gcthan hatten, preisend die Harmoniender Schöpfung. Auf einem höheren Hügel saßen die

*) Aus G erstenbergschondristen S. ng.

Hymne. S. den Hypo-

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