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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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226 II. Dichtungen.

spielten. Schnell entkleidet von meiner staubigenHülle trat ich in ihn; aber seine sanften Wellen,wie scharf durchdrangcn und lauterten sic! Indemich in den Spiegel des Wassers und in den blauenHimmel sah, der in ihm schwamm, sah ich in meinInnerstes; mein Leben mit allen seinen Thorhcirenund Fehlern war auf Einmal in meiner Seele. Esstand als Summe gegenwärtig, unbeweglich da. Ichtauchte nieder, bewegte mich; mit sanftem Schmerzriß und zog jede spülende Welle wie einen Pfeil ausmeinem Busen. Heitrer und heitrer blickte ich auf,bis ich einen Augenblick der Gesundheit und desWohlseyns fühlte, dem an stiller Seligkeit nichtsgleicht. Ich umfing daS Bild der Göttin mit mei-nen 'Armen, und die vorige liebliche Stimme sprach --,Fremdling, du bist geläutert. Nur gesund er-kennet und genießt man die Schönheit. Zur Unformwird sie dem Kranken. Aus, und labe dich jetzt anden Früchten dieses Thals und ziehe weiter." Ichenstieg dem See; meine staubigen Kleider waren ver-schwunden, ein weißer Talar lag da. Und indemich mich ankleidete, indem ich erquickende Früchte ge-noß, spielten die Lüste um mich; unsichtbare Ge-nien sangen:

Heilige Luft! und du, des Himmels Tochter0 Quelle!

Bleibt dem Jünglinge hold, badet ihn täglichgesund.

Bor Aurorens Auge genieß er an jeglichem MorgenNeue Kräfte, die ihm freudige Ue.bung ge-wahrt.

Verjüngt und wiedergebohren stand ich auf, undempfahl mich dankend den Unsichtbaren; als auf ein-