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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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gen mit ihm das Lob des höchsten Gottes; ans Er-den auch waren sie, sobald sie nicht mehr in rohenSteinen verehrt wurden, und goldene, marmorne,oder aus Marmor und Gold zusammengesetzte Bild-nisse bekamen, nie ohne Bekleidung. Neben demApollo, oder mit den Eumenidcn verehrt, waten sieehrwürdige Göttinnen ; zu Delphi selbst standen ihreWilder neben dem Gottcsbildc; in Smyrna stan-den sie den Göttinnen des Orts, der zweyfachenNemesis zur Seite. In Athen hatten sie ausge-,zeichnete Altäre, im Odcum, beym Eingänge derAcropolis (wo Sokrates sie gebildet hatte,) al-lenthalben bekleidet. Pausanias weiß nicht, wersie zuerst nackt zur Schau gestellct habe; wenigstenswar cs kein Weiser. Denn unser Jüngling hatrecht: Drey unbekleidete, weibliche Körper in cincr-ley Stellung, in welcher kaum die Hände bedeutendsind, können am Ende zu nichts, als zum muffigenAicrrath dienen; daher wir für den Eharakter, dendiese Grazien ausdrücken sollen, unstreitig lieber dieKindheit wählen würden.

Dieser vierte Eharakter ist schwesterlicheGeselligkeit im jugendlichen Tanz undfröhlicher Unschuld. Weder Liebreiz soll erausdrücken, noch eine Würde Hoher Anmuth; ertändelt jugendlich mit Rose, Myrthe und dem Spiel-würfel (ralus).

Wenn also von Vorstellungen der Kunst dieRede ist, so muß man durchaus Grazieals eine Eigenschaft oder Charakter, von den dreynackten Grazien des neuern Styls unterscheiden.Jener, die Grazie, ist ein so umfassender, hoherund reicher Begriff, baß er durch drey nackte Mad-