thun? Uns mit Gefälligkeit einander die Hände bie-ten, oder uns einander fortstsßcn? Die Grazien, sin-gen die Dichter, tanzen in cwigverschlungenen Rei-gentänzen, nicht nur am Eephisusstrom, sondern auchan Jupiters Throne, nahe seinem unsterblichen Haupt;die ganze Schöpfung ist auf dies freudige Fortwirkenim Geben und Nehmen berechnet."
„Am schönsten also, meine Kinder, leben wiefür und in einander. Schauet umher, wie Gottin seinen Werken lebet; ihr sehet ihn nirgends ste-hen, nirgends umherwandeln. Aber die Blumesprießt durch seine Kraft; sein Saft ist in allenGewachsen, und der edelste Lebenssaft, den wir ken-nen, sind wohlwollende Neigungen, fröhlich fvrtwir-kcnde Gedanken. In dem allen erfreuet sich Gott;er erfreuet sich in uns, wenn dieser edelste Lebens-saft sich in uns rein lautert, und in andern Seelenerfreuetl Da lebt unser bester Theil in andern.Die Kette dieser Gedanken und Empfindungen ist. unendlich; sie reichet übers Grab hinaus, so wie sieauch jcnseit des Grabes herkommt. Unsre Sichtbar-keit ist nur Form und Schein; was uns beseelt,stärkt, erquicket und regelt, haben wir non denen,die vor uns waren; wir lassen cs denen, die nachuns seyn werden. Jenen geben wir Dank, den sievielleicht mit uns empfinden; mit Wohlwollenund Liebe reichen rvir, was wir empfinden, ver-mehrt weiter. Diese freundliche Thatigkeit,voll Erkenntlichkeit, und voll guten Wil-lens ist unser Elysium hier, es ist die wahre Gei-ster- und Menschenwelt, ein Reich Gottesin menschlichen Seelen, zvo auch das Grab nichtstrennet und abreißr." —