II. Dichtungen.
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chen werden. Wohlwollen ists, was sie streikt,was sie beseelet, das uneigennützigste und zugleicheigennützigste Wohlwollen: denn sie sieht ihreKinder nicht gckrcnnet von sich, sondern als ihreKinder, als Gebilde an, die unter ihrem Hirzenerwuchsen. So wenig sic damals einen Unterschiedzwischen sich und ihrer ungesehenen Frucht kannte;um so weniger kennet sie jetzt einen Unterschied, dasie ihre Kinder, gebildet, vernünftig, fühlend, lic-bcns- oder mitlcidswürdig, vor sich siehct. Mit sie-benfacher Stimme ruft ihr jetzt die Natur zu; dasWort derselben ist ihr deutlicher, vernehmlicher ge-worden, da es sich in mancherlei) Sorgen und Rück-sichten getheilt hat. Sie lebt jetzt ungleich mehr inihren Kindern, als da sie körperlich mit ihr Einswaren; in jedem isolirten Zurückkommen auf sich,würde sie sich als einen vertrockneten Stamm, alseme verdorrets Blume fühlen."
Ein Vater verfolgte das Wort. „Mit allen an-dern Banden reiner menschlichen Beziehungen nichtanders. Welcher Vater genießet nicht siebenfach,wenn seine Kinder sich freuen und genießen? Wel-cher Freund lebt nicht in seinem Freunde, der Ehe-gatte im Ehegatten, der Geliebte im Geliebten, un-endlich zarter und inniger, als ob er selbst mit ab-jtrahirtkm Genuß empfände? Das ganze Geheimnißder lüebe, ja, ich möchte sagen, der ganze Zusam-menhang der Schöpfung ist auf diese heilige Verwir-rung und Mitthcilung der Gemüther, auf einen wech-selseitigen, im Genuß des andern siebenfach verstärk-ten Genuß gegründet. Wir sollen nicht in unsselbst, abgetrcnnt und felbstsüch-ig, leben; sonst sind