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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

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sonst zogen sich selbst auf der Hut seyn müssen?Wird Ihre Seele durch diese Grgzientuqcnd nicht zuweich, zu weiblich, da unser Leben eher ein Kampf,als ein fortwährender Freudentanz ist.

Ein ernster Mann nahm das Wort und sagte:Ich weiß, worauf Sie deuten; viele Philosophen ge-bieten eine Tugend, die immer steif und müßig steht,Mit geschloßnen Armen, das Gewehr auf der Schul-ter, und ruft: wer da? Diese Lugend hat einenvornehmen Ton, an ihrem Platz ist sic auch nölhig;Mw stehet sie einsam da; sie stehet sich müde, undwartet auf Ablösung. Die Gemüchsneigung einesfvrtwirkcnden, ich möchte sagen, eines lebendigenLebens, auf welches doch die Natur gerechnet har,ist eine andre,

Lassen Sie mich hierüber als Mutter reden,unterbrach ihn bescheiden eine Frgu vom edelsten An-stande : Einer der uneigennützigsten, und, wenn Sieso wollen, der unbelohntesten Triebe ist doch wohldie Mutterliebe. Er ist so stark, daß er alleGefahren verachtet, daß ihm keine Mühe verdrießlich,und der Tod selbst nicht schinerzhaft ist, wenn dieserein geliebtes Kind rettet, oder sonst sein Glück be-fördert. Woher, meynen Sic, entsteht dieser Herois-mus ? Etwa dadurch, daß eine Mutter sich vonihrem Kinde zuvörderst getrennet denkt, und sich fragt:ob dies ohec jenes zu thun, ihr ihre Würde, dieWürde des Gesetzes der Vernunft gebiete? Nichtalso; und ich Ware fast überzeugt, daß steife Uebec-iegungen dieser Art sie vielleicht zu einer gelehrten,aber nicht zu einer thatigcn, liebenden Mutter ma-