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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

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Man beklaget sich oft über Erschlaffung derSeele, über Mangel der Triebe zu guten Handlun-gen. Damit wir diese leicht und fröhlich verrichten;wie? wenn wir zusammcntratcn, die fröhlicheThatigkeit in uns zu starken, und auch dieUnsrigen dazu zu gewöhnen?"

Wohlwollen ist die erste Grazie des Lebens.Eine Handlung, die ich aus Zwang verrichte, wirdmir schwer; leicht wird, wozu uns die Liebe beflü-gelt. Es gibt keinen holderen Aufenthalt, als inmenschlichen Seelen zu wohnen, mit demGcmüth für ein andres Gemükh sich zu bemühen, zuwachen, zu wirken, und auch die kleinste Handlungmit einem guten Willen zu bezeichnen."

Erkenntlichkeit ist die zweyte Grazie desLebens. Wie durch Vergleichung und Ableitung derDinge von einander, durch Bemerkung der Ursachenund Folgen die Vernunft der Menschen gebildetwird: so durch Erkenntlichkeit die sittliche Ver-nunft des Menschen. Ich fühle, was ich andernschuldig bin, indem ich in ihren Seelen lese, wassie mir Gutes thun wollten. Diese Wiederholungihrer Wohlthaten, dies Zurücksetzcn meiner in ihreEmpfindung macht Seelen mit einander Eins; ihreWohlthaten selbst machen die ihrige zu einem Theilmeiner Seele. Ich gehöre mir nicht ganz, sondernauch ihnen; wie sie sich mir gaben und mir zugehö-ren. Die zweiste Huldgöttin schließet sich also festan die erste."

Und die dritte ist von ihnen unabtrennlich:freudige Thatigkeit im Fort wirken für