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II. Dichtungen.
insonderheit des weiblichen Geschlechts, kaum freuenzu können glaubet. So kamen wir zu einem kleinenoffenen Tempel, in welchem drey bekleidete Grazienstanden, mit der Inschrift: Wohlwollen, Dank-barkeit, Freud«; ineinander geschlungen standensie auf einem Altar, an dessen Einer Seite das Pro-fil des Mannes erhaben gearbeitet war, der Stifterdieses Festes gewesen. Wir lagerten uns um diesverborgne Tempelchen; die Chöre der Kinder zcr-sireucten sich zu ihren Spielen und Erfrischungen;unter uns siel das Gespräch natürlich auf den Stif-tendes Festes. Man rühmte dessen menschen-freundliche, holdselige Denkart, und zeigte mir das-Papier, worauf er in wenigen Worten zu dieser An-stalt Gelegenheit gegeben hatte. Ich theile den An-fang des Aufsatzes mit:
„Die Menschen beklagen sich über die Unan-nehmlichkeiten des Lebens, und gestehen ein, daßdiese meistentheils von den Gesinnungen der Men-schen gegen einander herrühren. Wie also? wenncinige unter uns zusammentraten mit dem festen Ent-schluß, einander, so viel an uns ist, das Lebenangenehm zu machen, und auch unsre Kinderdazu zu gewöhnen?"
„Man beklaget sich oft über Undank; und sindwir selbst wohl in Allem und über Alles dankbar?Wie wäre es, wenn wir zusammentraten, Erkennt-lichkeit in unserm Gemüth über Alles zu erwecken«was uns im Laufe der Dinge von der Vorsehungoder von Menschen Gutes widerfahret, und auchunsre Kinder zu dieser dankbaren Gemüthsart zu ge-wöhnen?"