II. Dichtungen.
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als daß sie die Gefahren bestehen könnten, die ihnendas Schicksal auflegte. Wir müssen uns ihnen alsonoch enger zu verknüpfen, ihre inneren Kräfte zu stär-ken und das Menschengeschlecht durchs Menschenge-schlecht zu erheben suchen. —
Die dunkle Pbilosophin hakte vielleicht noch lan-ge so fort geredet; aber die schalkhafte Venus unter-brach sie, und warf dem Jupiter zu — den Apfelder Liebe.
Pallas schwieg und schlug den Schleyer nieder :denn das hatte ihr dunkler Nach nicht gemcynel; dieAuslegung der Venus aber gefiel, und Jupiter gingden Göttern vor am Beyspicl. Ec schlüpfte hinun-ter, bald als goldner Ncgen, bald als Schwan, baldin andern Gestalten, wo irgend er nur eine Schön-heit fand, in der ein Funke von Götterseele gedei-hen konnte. Einige Götter und selbst Göttinnenfolgten nicht ungern; insonderheit ließ sich die zärt-liche Mutter des Menschengeschlechts, die den Rathmit dem Apfel gegeben hatte, auch die Ausrichtungdes Nathes sehr angelegen seyn, so daß zuletzt jederentzückte Liebhaber in seiner Ehloris eine Venusoder Grazie zu umarmen glaubte. Selbst die keu-sche Diana ward von der großmüthigen Begierde,Menschen zu veredeln, ergriffen, und hing, da siesich ihrem Endymion leibhafter Weise zu nahen nichtwagte, mit zärtlich begeisterndem Blick über seinemschlummernden Auge. Nur zwo Göttinnen, Junound -Pallas, blieben keusch; jene aus Stolz undEifersucht; diese, deren Rath gänzlich verfehlt war,aus schamhafter Weisheit.