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II. Dichtungen.
Das beruhigt dich, Vater, fuhr die fürsprechendeGöttin fort; aber auch dich nicht ganz: noch wenigerjene Unglückliche selbst, und am wenigsten das hoheSchicksal, das dir alle Mittel der Linderung undVerbesserung ihres Zustandes in deine Hand gestellthat.
„Und welche waren übrig? antwortete er im Un-muth. Sind sie nicht alle versucht worden, um Un-dankbare zu verbinden, und Unglücklichen durch ihreeigne Schuld das Unglück zu mehren? Laß mich,Tochter! "
Zürne nicht, Vater, sondern höre mich gütigan, wie du mich sonst hörtest. Die Mittel, die wirbisher an den Sterblichen versucht haben, waren ih-nen auswärtige, fremde Mittel. Ein Gott mußteihnen beystchen, ein Genius sollte sie warnen, einhöherer Geist für sie erfinden; was Wunder, daß siediese fremden Woblthaten sich zur Beute gemachtund gcmißbcaucht haben? was Wunder, daß sie end-lich dieses ganzen störenden Götterumgangs müdegeworden sind? Das Gute quoll nicht aus ihremHerzen: es ward nicht in ihrer eignen Seele gebüh-ren. —
„Und was folgte daraus, meine Tochter?"
Daß es ihnen auch nicht die Freude der Selbst-empfangniß gab, den Grund der daurendsten mütter-lichen Freude. Offenbar, 0 Vater, versahen wir'sin unsrer Mcnschenbildung, daß wir den Thon zuschwach und zu fein nahmen, daß der Hauch unscrsMundes sich ihnen in zu geringem Maas »ruttheilte.