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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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178
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178 II. Dichtungen.

Lust, geschmückt mit goldenen Sternen. Apollo fuhr

rings um sie her, und goß auf sie seine Strahlen.Seine keusche Schwester fuhr langsam ihm nach, undließ den Schmuck ihres Hauptes, den Mond, überihrer Atmosphäre. Ceres leerte ihr Fruchthorn aus,voll Saame» und Kräuter; und die himmlische Ve-nus ließ sich nieder, alles erfüllend mit Leben undLiebe. Der ncire Schauplatz grünte und blühete;und alle Götter vereinigten sich, ein Geschöpf zuschaffen, das dies neue Tempe genösse und fühlte.

Da winkte der Vater der Götter, und Lebenquoll in den Staub: cs regte sich ein Gebilde inGöttergestalt, und die Göttinnen eilten hinzu, csaufzurichten von der Erde. Pallas berührte seineStirn, und der Funke der Weisheit zündete an inseinem Haupte. Juno berührte seine Augen, undsie blickten majestätisch umher. Venus berührte seineLippe, und die schönste Gabe ihres Schatzes, Uebcr-redung der Liebe, floß auf dieselbe. So bildeten sieeinen Mann: so bildeten sic ein Weib: Göttinnenund Götter freuten sich ihres Gebildes

Als plötzlich der Bote der Götter ankam,der eben ausgesandt war, das Schicksal um einenSpruch zu befragen, und erschrocken die Nachrichtbrachte, daß die mächtigen Götter des Tartarus überihr neues Gebilde zürnten.Ohne sie zu befragen,sprach er, habt ihr ihnen ein so weites Gebiet ihrerdunkeln Herrschaft entrissen; darum ist Pluto er-grimmt , die alten Parzen, die wüthcnden Erynnienzürnen : Nemesis hat euch beym Schicksal verklagt,und die unerbittliche Mutter hat ihren Klagen Gehörgegeben. Vernehmt ihre strenge Entscheidung."