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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen..

als eine leuchtende Gestalt, die am Ufer stand, ihnzu sich lockte. Es war der Gott der Abend - undMorgensonne, der schöne Phäbus.Holdes, liebli-ches Wesen, sprach er, die Bitte ist dir gewahrt,die du so oft in deiner verschwiegenen Brust nähr-test und die dir nicht eher gewahrt werden konnte."Kaum hatte er das Wort gesagt, so berührte er denSchwan mit seiner Leyer und stimmte auf ihr denTon der Unsterblichen an. Entzückend durchdrangder Ton den Vogel Apollo's; aufgelösct und ergossensang er in die Saiten des Gottes der Schönheit,dankbar froh besang er die schöne Sonne, den glan-zenden See und sein unschuldiges, seliges Leben.Sanft, wie seine Gestalt war das harmonische Lied:lange Wellen zog er daher in süßen entschlummern-den Tönen, bis er sich in Elysium wieder fand,am Fuß des Apollo in seiner wahren, himmlischenSchönheit. Der Gesang, der ihm im Leben versagtwar, war sein Schwanengesang geworden, der sanftseine Glieder auflöscn mußte: denn er hatte den Tonder Unsterblichen gehört und das Antlitz eines Gottesgesehen. Dankbar schmiegte er sich an den FußApollo's und horchte seinen göttlichen Tönen, alseben auch sein treues Weib ankam, die sich in süßemGesänge ibm nach zu Tode geklaget. Die Göttinder Unschuld nahm beyde zu ihren Lieblingen an;das schöne Gespann ihres Muschelwagens, wenn sieim See der Jugend badet.

Gedulde dich, stilles hoffendes Herz! Was dirrm Leben versagt ist, weil du cs nicht ertragen könn-test , giebt dir der Augenblick deines Todes.

Der