II. Dichtungen.
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belebet; und 0 wie oft hast du mich, zärtliche ut-Mter, du scheue Bewohnerin der Einsamkeit und derstummen Haine, mehr in ihnen erquickt, als in demöden Kreise tonloser Menschenhcrzen und Menschen-seelen. Mit sanftem Mitleid giebst du mir meineSeufzer zurück; so verlassen und unverstanden ichseyn mag, fühle ich doch aus jedem deiner gebro-chenen Tone, daß eine alles durchdringende, allesverbindende Mutter mich erkennt, mich höret.
Der sterbende Schwan.
„Muß ich allein denn stumm und gesangloSseyn?" sprach seufzend der stille Schwan zu sichselbst, und badete sich im Glanz der schönsten Abend-röthe; „beynah ich allein im ganzen Reich der gefie-derten Schaaren. Zwar der schnatternden Gans undder gluckenden Henne und dem krächzenden Pfau be-neide ich ihre Stimmen nicht; aber dir, 0 sanftePhilomele! beneide ich sie, wenn ich, wie festgchal-ten durch dieselbe, langsamer meine Wellen zieheund mich im Abglanz des Himmels trunken verwei-le. Wie wollte ich dich singen, goldne Abendsonne!dein schönes Licht und meine Seligkeit singen, michin den Spiegel deines Nosenantlitzes niedcrtauchenund sterben! "
— Still - entzücket, tauchte der Schwan nieder,und kaum hob er sich aus den Wellen wieder empor,