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II. Dichtungen.
es den Saum meines Kleides berührt, vergißt esalle dein Blendwerk und neiget sein Haupt sanftnieder. Und dann erhebe, dann nähre ich die ruhiggewordne Seele mit himmlischem Thau. Dem Au-ge, das unter deinem Sonncnstrahle nie gen Him-mel zu sehen wagte, enthülle ich, die verhülleteNacht, ein Heer unzähliger Sonnen, unzähliger Bil-der, neue Hoffnungen, neue. Sterne.
Eben berührte der schwatzende Tag den Saumihres Gewandes, und schweigend und matt sank erselbst in ihren umhüllenden Schoos. Sie aber saßin ihrem Stcrnenmantel, in ihrer Sternenkcvne, mitewig ruhigem Antlitz.
Die Rose.
„Alle Blumen rings um mich her sehe ich wel-ken und sterben; und doch nennet man nur immermich die vcrwelkliche, die leicht vergängliche Rose.Undankbare Menschen! mache ich euch mein kurzesDasepn nicht angenehm genug? Ja auch selbst nachmeinem Tode bereite ich euch ein Grabmal süßerGerüche; Arzneyen und Salben voll Erquickung undStärkung. Und doch hör' ich euch immer singenund sagen: ach, die vecwelkliche, die leicht zerfal-lende Rose! "
So klagte die Königin der Blumen auf ihremThron, vielleicht schon in der ersten Empfindung ih-