Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

II. Dichtungen.

ihnen darbeutst, Gesundheit und Starke, Ruhe undLeben: doppelt vergnügt, daß sie dich ungestört ge-nießen, ununterbrochen von jener geschwätzigen Schaarschlafender Thoren. Hältst du eS für kein Glück,unentweihl genossen und geliebt zu werden? Erist das höchste Glück der Liebe bey Göttern undMenschen.

Aurora erröthete über ihre unbedachte Klage;und jede Schöne wünsche sich ihr Glück, die ihrgleich ist an Rcinigkeit und Unschuld.

Nacht und Tag.

Nacht und Tag stritten mit einander um denVorzug; der feurige, glänzende Knabe, Tag, singan zu streiten.

Arme, dunkle Mutter, sprach er, was hast duwie meine Sonne, wie meinen Himmel, wie meineFluren, wie mein geschäftiges, rastloses Leben? Icherwecke, was du gelobtet hast, zum Gefühl einesneuen Daseyns; was du erschlafftest, rege ich aufDankt man dir aber auch immer für deine Auf-regung? sprach die bescheidne, vcrschleyerte Nacht.Muß ich nicht erquicken, was du ermattest? und wiekann ich's anders, als meistens durch die Vergessen-heit deiner? Ich hingegen, die Mutter der Göt-ter und Menschen, nehme alles, was ich erzeugte,mit seiner Zufticdeüheit in meinen Schooß: so bald