II. Dichtungen.
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einander: denn schwesterliche Grazien haben unge-tcennt sie gcwebet.
Auch auf euren Wangen, o Mädchen, blühnLilien und Rosen; mögen auch ihre Huldinnen, dieUnschuld, Freude und Liebe, vereint und unzertrenn-lich auf ihnen wohnen!
A u r o r «.
Aurora beklagte sich unter den Göttern, daß sie,die von den Menschen so viel gelobt, von ihnen sowenig geliebt und besucht werde; am wenigsten abervon denen, die sie am meisten besangen und priesen.Grame dich nicht über dein Schicksal, sprach dieGöttin der Weisheit, gehets mir anders?
Und dann, fuhr sie fort, siche die an, die dichversäumen, und mit welcher Nebenbuhlerin sie dichvertauschen. Blick' auf sie, wenn du vorbeyfährst,wie sie in den Armen der Schlaftrunkenheit liegenund modern an Leib und Seele.
Ja hast du nicht Freunde, hast du nicht Anbe-ter genug? Die ganze Schöpfung feycrt dir: alleBlumen erwachen, und kleiden sich mit deinem Pur-purglanz in neue bräutliche Schönheit. Das Chorder Vögel bewillkommt dich: jedes sinnet auf neueWeisen, deine flüchtige Gegenwart zu vergnügen.Der fleißige Landmann, der arbeitsame Weise ver-säumen dich nie: sie trinken aus dem Kelch, den du