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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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169
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II. Dichtungen.

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Als einst, ein nackter Fels, die Erde dastand:stehe, da trug eine freundliche Schaar von Nymphenden jungfräulichen Boden hinan, und gefällige Ge-nien waren bereit, den nackten Fels zu beblümen.Vielfach theiltcn sie sich in ihr Geschäft. Schon un-ter Schnee und im kalten kleinen Grase sing die be-scheidne Demuth an, und webte das sich verber-gende Veilchen. Die Hoffnung trat hinter ihrher, und füllte mit kühlenden Düften die kleinen Kel-che der erquickenden Hyacinthe. Jetzt kam, da esjenen so wohl gelang, ein stolzer prangender Ehor viel-farbiger Schönen. Die Tulpe erhob ihr Haupt: dieNarciffc blickte umher mit ihrem schmachtendenAuge.

Viel andere Göttinnen und Nymphen beschäf-tigten sich auf mancherley Art, und schmückten dieErde, frohlockend über ihr schönes Gebilde.

Und siehe, als ein großer Theil von ihren Wer-ken mit seinem Ruhm und ihrer Freude daran ver-blühet war, sprach Venus zu ihren Grazien also:Was säumt ihr, Schwestern der Anmuth? Auf!und webet von euren Reizen auch eine sterbliche,sichtbare Blüthe." Sie gingen zur Erd' hinab undAglaja, die Grazie der Unschuld, bildete die Lilie:Thalia und Euphrosyne webten mit schwesterlicherHand die Blume der Freude und Liebe, die jung-fräuliche Rose.

Manche Blumen des Feldes und Gartens neide-ten einander; die Lilie und Rose neideten keine, undwurden von allen beneidet. Schwesterlich blühen siezusammen auf Einem Gefilde der Hora, und zieren