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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

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unerbittliche Parze, und ihre Seelen schieden in Ei-nem Kuß, in Einem Seufzer unzertrennt mit ein-ander.

Das Erste, was sie, von ibrem Körper ge-trennt, erblickten, war die um sie schwebende Göt-tin der Liebe. Traurig und klagend flohen sie in ih-ren Schooß.Du standest uns nicht Key, guteGöttin! Du sähest unsre Wünsche, und ließest sieuns nicht genießen im Menschenleben. Aber wirwollen uns auch als Schatten noch ungetrennt lie-ben. "

Die Liebe der Schatten, sprach die bewegteGöttin, ist eine traurige Liebe. Nun stehets zwarnicht in meiner Macht, euch das Leben der Men-schen wieder zu geben; aber das vergönnt mir dasSchicksal, euch in eine Gestalt meines Reichs zuverwandeln. Wollt ihr die Tauben seyn, die trium-phicend meinen Wagen ziehen, und im Ehoc derBuhlereycn und Scherze von ambrosischer Speise le-ben? Eure Treue, eure Liebe verdient diese Beloh-nung.

Verzeih, 0 gütige Mutter, sprachen die Lie-benden mit Einem Munde, verzeihe uns die zu ge-fahrvolle, zu glänzende Belohnung. Im Chor derScherze und Buhlereyen, im ewigen Geräusch undGlanz deines siegreichen Hofes, wer ist uns Bürgefür unsre Treue, für unsre Liebe? Sollen wir Tau-ben seyn, so sende uns in die Einsamkeit, damit wirin unscrm armen Nest uns einander alles werden ,alles bleiben."

Die Göttin sprach das Wort der Verwandlung;siehe, da flog das erste Paar girrender Turteltauben.