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II. Dichtungen.
gebähren, rief er dem über der Asche seiner Gelieb-ten entschlummerten Zephyr: „wohlauf! o Jüng-ling, wohlauf! Bring' deine Geliebte her, und sieheihre irdische Erscheinung." Zephyr kam mit demBlumenstaube: der Blumenstand flog hin über dieWeite der Erde. Phöbus aus alter Liebe belebteihn: die Göttinnen der Quellen und Ströme, ausschwesterlicher Neigung, durchdrungen ihn: Zephyrumfing ihn, und Flora erschien in tausend vielfälti-gen sprießenden Blumen.
Wie freute sich jede derselben, da sie ihren himm-lischen Buhler wieder fand! sie überließen sich alleseinem tändelnden Kuß, seinen sanft-wiegenden Ar-men. Kurze Freude! Sobald die Schöne ihren Bu-sen geöffnet, und das hochzeitliche Bett in allen Rei-zen des Wohlgeruchs und der Farben bereitet hatte,verließ sie der satte Zephyr; und Phöbus, voll Mit-leid über ihre zu gutwillig betrogene Liebe, schafftemit seinem zehrenden Strahl ihrem Gram ein frü-heres Ende.
Jeden Frühling, ihr Mädchen, beginnet aufsneue dieselbe Geschichte. Ihr blühet wie Flora;wählt euch einen andern Geliebten als Zephyr,
Die Schöpfung der Turteltaube.
Awey Liebende saßen zusammen im ersten hold-seligen Traum ihrer Wünsche; aber ach! ihre Wün-sche sollten ein Traum bleiben. Neidend schnitt die