Der Cid.
267
dauern. Kein Siegsgeprange munterte diese Heldenauf, keine irdische Belohnung. In der Verachtungfanden sie Ruhm, in der Verfolgung Gewinn, inder Mühe Lohn, in der Schwachheit Starke. Oft,sehr oft zeigten sie mehr als Spartaner - und Nö-mersinn; tausende von ihnen ließen sich, ihrer gu-ten Sache wegen, Prunk- und Namenlos gleichsamlebendig verscharren und begraben. Nicht nur Be-quemlichkeit, ihr liebster Eigenwille ward abgelegtzum Besten ihres Ganzen.
Sehet in den Gemahlden großer Künstler, einerRaphaels und Domini chino, Correggio,Guido und Guercin's jene Gestalten der Hei-ligen an, und sagt: ob ihr von dieser Art geisti-ger Anmuth und Seelen große, von diesertranscendenten Erhabenheit und Hingebung, vondieser reinen Abgezogcnheit und Ehrfurcht - gebieten-den Würde, von dieser jungfräulichen Andacht, die-sem Mutter- und Kindessinn, ich möchte sagen, vondiesem E n ge l s g e fü h l, sogar in den Werken derAlten etwas anders, als vielleicht nur hie und daeine in der Sinnlichkeit verhüllete Knospe findet?Hier ist sie hervorgcgangcn, die geistige Knospe;sie hat sich aufgethan in vielen Gestalten und For-men. — Um also auch nur die Werke der neuerenKunst in ihrem schönsten Zeitalter zu verstehen,kann und darf uns die Legende nicht fremde bleiben.
Ein ganz eignes Gefühl ist es, dies süße Ge-fühl der Andacht. Es heftet so unabwendbar anund fesselt so ganz, laßt so vieles unmerklich hin-schwinden und scheint uns mit wenigen Gedanken so