„Wenn ein Mangel an Vermöge»Mich Dir anzunähern scheinet,
Mich, die meine Königs-Abkunftlieber Dich so hoch erhebt;
O so wisse, KönigstöchterSind deswegen arm an Gütern,
Weil der Adel ihres StammesIhnen mehr als Rcichthum gilt.
Armuth ist an mir kein Flecke;
Sie ist meiner Hoheit Ruhm.
„Reich, das weiß ich, ist Xi mene,Darum ist's, daß Du sic liebest;
Nein! nicht darum: denn, Rodrigo,Unrecht will ich Dir nicht thun.
Sie auch liebt Dich — Nun so liebet!Mir macht es ^den kleinsten Kummer,
Daß der Cid Ximenen liebt."
„Eines reichen Grafen TochterGnügct Dir, Du kleiner Ritter;
Ich bin arm — bedarf ein edlerDiamant, bedarf er Gold?"
„Schön bist Du; wie einst NarcissWeise; Salomon war weiser.
Edel; deren gibt es viele.
Tapfer; Spanien erziehetKeine Memme, Don Rodrigo.
Reich; das sind so viele Narren.
Weit berühmt; das waren Viele,
Mehr als Du, und starben dennochEingchüllet in die TücherMenschlicher Vergessenheit."