Der Cid.
I.VI
begaben Diego und Fernando, die Jünglinge vonCarrion, sich zurück in ihr Land. Sobald sie sichdes Geleites entlediget und jedermann entfernt, ineiner wilden Bergwüste, rissen sie den Frauen dieKleider vom Leibe, banden sie, schlugen sie, bis dieUnwürdigkcit und der Schmer; ihre Stimmen erstick-te. Nach vollbrachtem Bubenstück ritten sie nachCarrion, freuten sich des Gelbes, und frey zu seynvon Weibern, die ihres hohen Adels doch nichtwerth gewesen seyn *). Aber der Campcador, zuerforschen, wie man zu Carrion seine Töchter haltenwürde, hatte einen Vertrauten heimlich nachgeschickt;diesen führte Geheul und Winseln zu Entdeckungdes Jammers; die Unschuld wurde gerettet; sie ka-men zu ihren Aeltern. Da berief König Alfonso(Cid forderte Recht) alle Dienstmannen von Leonund Castilien an ein hohes ^Landgericht in die StadtToledo. Auch Cid kam,> und mit großem Gefolgedie Mörder. Der König trug vor **); es sprachendie Großen und Weisen. Rückgabe geboten sie derKostbarkeiten und Schatze, und für den Schimpf ge-
*) War nicht Ximena dem König verwandt? Führ-ten sie ihren Mannsstamm gn die alten gothi-schen Könige hinauf?
**) Die Foriget war:
O^änie las ercuellss, «nienäes e inkanrones!Man erkennt die Lcliolns des spätern Römer-reichs.