Erste Sammlung. r L9
daß, je mehr ich über dies Ideal nachdcnke, destomehr fließen die Farben in ihm zusammen: es wirdeine Luftgestalt, die mein Auge blendete, die es ver-wirret — und endlich ist doch alles verflogen.
Ich lasse also einen andern für mich reden,und setze blos einzelne Worte hinzu, die bestimmensollen, was er nicht genau, und anwenden sollen,was er vortrefflich sagt.
r 5.
Beschluß über das Ideal der Sprache. *)
„Wenn man Werkzeuge nicht so vollkommenschaben kann, als man sie wünschet: so muß man„aus den vorrathigen zu machen suchen, was sich„daraus machen läßt. Leibnitzens gelehrte Sprache„ist nicht zu bekommen: wie konnten wir uns der„Deutschen z. E. noch am bequemsten zu„den Wissenschaften bedienen? Diese Frage dürf-,,tr allenfalls eine andere als Borlauferin haben,„welche unter denen in Europa recht bekannt gewor-denen Sprachen der Jdealvollkommcnheit einer„Sprache, die Worte braucht, am nächsten kömmt.„Eine gar nicht weitläufige Metaphysik der Sprache„würde uns diese Jdealvollkommenheit wenigstens„einigermaßen kennen lernen." Will man sie etwas
*) Lkt. Br. Th. 17. p. 18».