Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

Erste Sammlung. 167

Eine Sprache, in welcher kaum die Literaturempfangen ist, und die die ganze Gestalt derselbennach einer andern bildet, verliert eben damit wenig-stens als gelehrte Sprache, ihr Originalcigenthum.Unter diesen Uebcrwundenen war die Römische dieerste, die, in den Granzen gelehrter Bearbeitungbetrachtet, ganz nach der Griechischen ist. Es isterstaunend, wie tiefe Eindrücke dies bis in das In-nere ihrer Literatur gemacht, die fast nie eigenthüm-lich geworden, als wo sie es scyn mußte.

Da nach Wiedcraufweckung der Wissenschaftenalle Volker Europens, die nicht Barbaren blieben,von Athen und Rom aus Gesetze und Musterbekommen haben, und unsere heilige Sprache demOrient entwandt ist : so giebt cs unzählige Merkmaledieses Fremden und Seltenen in unserer Literaturund Sprache. Hierüber könnte ein Cella rius,der das für den Geist wäre, was unser Cellariusmit seiner lutiriitate ecelssiariica, cuckeins, xro-lapsn etv, für nichts als Worte ist, ein tiefsinnigesund gelehrtes Werk schreiben: was unsere Literaturvon der Sprache bis zur Form ganzer Wissenschaf-ten von den Morgenländern, Griechen und Römernhabe?

Wie sehr unsere Sprache sich in einigen Jahr-hunderten mit Leib und Seele geändert habe, würdeein Sprachkundiger mit Erstaunen sehen, der denverschiedenen Geist ihrer ältesten Ueberbleibsel, undihrer Hauptwerke in verschiedenen Zeitpunkten gram-matisch und philosophisch schätzen, und eine Ge-schichte derselben liefern könnte, die wir noch nicksthaben.