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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
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i86 .Fragmente zur deutschen Literatur.

Sprache grössere Vorzüge, die sich vor aller Ueber-rschung bewahret. Eine Sprache vor allen Ueber-setzungen, ist wie eine Jungfrau, die sich noch mitkeinem fremden Manne vermischet, um aus zweier-ley Blut Frucht zu gebaren: zu der Zeit ist sienoch rein, und im Stande der Unschuld, ein treuesWild von dem Charakter ihres Volks. Sie sey vollArmuth, Eigensinn und Unregelmäßigkeit: wie sieist, ist sie Original- und Nationalsprache.

Welche unendliche Vorthcile es gebe, wenn sichdie Literatur eines Volks in allen ihren Gattungenso ursprünglich in ihrer Sprache, und diese sich mitjener gestalte: ist an keiner als an der GriechischenSprache zu zeigen. An ihr aber auch auf vorzüg-liche Weise: denn wenn gleich die ersten Saamen-körucr aller Wissenschaften in sie aus andern Lan-dern kamen: so war doch dies vor der Zeit derBüchcrsprache, folglich in einem Alter, wo diesefremde Mundart nach der Natur der Kindheit, inder die Veränderungen schnell auf einander folgen,bald konnte vcrdrungen und umgebildet werden. Undso bildete sich auch alles nach Griechischem Himmelum, und weil die Literatur dieses Volks nie eintyrannisches Urbild hatte, was sie nachahmte: soward ihnen alles Fremde eigen, und alles Eigne ge-langte in ihrer Hand zur eigcnthümlichcn Vollendung.In einer Geschichte Griechischer Literatur und Sprachemüßten diese zween Vorzüge, über deren Beschaffen-heit, Granzen und herrliche Wirkungen noch wenigversucht worden, zum Grunde liegen: nemlick wieftrn dieselbe den Adel des Ursprünglichen, und dasHcrrenrccht des Eigenthümlichen gehabt, erhaltenund genutzt habe.