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Erste Sammlung. r83
„ihre Eigensinnigkeit, die der schöne Geist vortreff-lich zu nutzen weiß. Er zieht aus dem Ueberflüßi-„gen und Unregelmäßigen seiner Sprache öfters„Schönheiten, die eine richtige philosophische Sprache„entbehren muß. Nur ein einziges Exempcl anzu-„führen: die philosophische Grammatik würde ver-„muthlich die Unterscheidung der Geschlechter bei leb-losen Dingen für übcrflüßig erklären, und gleich-„wohl würden sich die Französischen und Deutschen„Dichter die Schönheiten ungern rauben lassen, die„sie üus diesem unnöthigen Unterschiede der Geschlech-„ter gezogen haben. Einige Sprachen unterscheiden„die Geschlechter auch in der Eonjugation der Aeit-„wörter, welches ihren Schriften zu einer bcsvndern„Zierde gereicht." *)
Ueberhaupt würde dieser weise Vorschlag, sowiejener andere: „es sollte keiner Schriftsteller werden,„der nicht die Alten gelesen," uns alle Original-schriftstcller rauben. Man lese unsere besten Dichter,besten Prosaisten, ja selbst unsere cigenthümlichenPhilosophen — wie wird man den Sulz ersehen
*) So ists für die Orientalischen Dichter eine beque-me und vortheilhaste Schönheit, daß sie, die beiihren Kenntnissen in der Botanik vermuthlich auchdas Geschlecht der Pflanzen schon gekannt haben,in ihrer Sprache auch das Geschlecht unterscheiden,ja sogar sür eine Pflanze, die Jungfer und Ehe-frau ist, verschiedene Namen habe». So habendie Griechischen und Römischen Dichter alle u tr-über setzbaren Schönheiten aus dem Eigen-sinn ihrer Sprache gezogen, und in ihn verwebt.
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