iLo Fragmente zur deutschen Literatur.
zu ? Im Sprechen? in Büchern? in welcher Gal-rung der Schreibart? Und wie, wenn einige gegeneinander ausschließcnd waren?
„3) Eine Biegsamkeit in der Zusammensetzung^.vieler Wörter in einen Satz, damit ein ganzer„Gedanke richtig, bestimmt und nach Beschaffenheit„der Sache leicht und nachdrücklich ausgedruckt„werde." Hier steigt schon der Wcltweise etwasherunter, weil er sieht, daß seine Sprache vonMenschenkindern geredet werden soll. Wenn derWeise sich ganz genau, ganz richtig und be-stimmt ausdrucken will: so braucht er keinen bieg-samen, keinen leichten, keinen nachdrücklichen Perio-den; die Richtigkeit ist steif, die Gründlichkeit ffest,und die Ueberzeugung statt des Nachdrucks.
„ 4 ) Eine hinlängliche Mannigfaltigkeit langer„und kurzer, hoher und tiefer, Heller und dunkler„Sylben, und der daher entstehenden Füße, Perio-den und Becsarten." Eine philosophisch vollkom-mene Sprache braucht diese gar nicht. Wenn wirblos als Geister einander Begriffe in die Seelereden: so fragen wir nicht nach hohen und tiefenSylben: so wenig als in den Büchern, wo diesephilosophische Sprache allein gelten kann , die Hellenund dunkeln Sylben ins Auge fallen.
Auf die Art gehe man das ganze Stück vonder Sprache durch , und man findet in allen Vor-schlägen den nemlichen Fehler, daß er dem Schö-nen der Sprache immer zu nahe tritt. Ja warenwir ganz Geist: so sprachen wir blos Begriffe,,und Richtigkeit wäre das einzige Augenmerk; aberln einer sinnlichen Sprache müssen uneigent-