»76 Fragmente zur deutschen Literatur.
bildet: der aus ibnen 'Wahrheiten, wie Inseln,hervor hob, und Plan genug inst Kopfe hatte, siezum festen Lande eines Systems zu verbinden.Sein letzter Blick dachte sie sich in mathematischerKette, und so stellte er sie mathematisch hin—Vor-trefflicher Anblick für den, der sic, wie er, schon allegefaßt, geprüft, und bei sich befestigt hat, der jetztalle diese gesammelten Ideen richtig und genau ord-nen, und alsdann sie im Ganzen überschauen will —Ja, der sichet von seiner Höhe eine Reihe von Bau-men, nach strenger Richtschnur gepflanzt, Glieder,die sich einander zu drangen, um für Einen Mannzu stehen: und so wird er ihn als eine Landcharte
seiner eigenen Reifen und Entdeckungen durchdenken.Wer aber diese Reisen erst tbun will — ob diesdenn der sicherste und natürlichste Weg sey? die Fra-ge ist anders!
Baumgartens Methode ist der natürlichsteWeg für einen Geist, der sich an Wolfs Schrif-ten gebildet: der aus ihnen Wahrheiten, wie Glie-der, riß, und Plan genug im Kopf hatte, sie fastzur Tabelle zusammen zu fügen. Tabellarisch dachtesie sich sein letzter IBlick und so ordnete er sie —Vortrefflich für den, der eine synthetische Tabellenölhig hat, um die Wahrheiten in aller Kürze undFülle, gleichsam von oben herab zu überschauen. —Wer aber keine dieser Wahrheiten noch nicht einzelnkennet, und sie aus seiner Seele und aus seinerSprache gern selbst analysiren will: ist für ihndie strenge Synthese? Und wenn ich ibm auchMeiers Commentarien in die Hand gäbe, so viel
, Bände