174 Fragmente zur deutschen Literatur.
Von der Seite des Faßlichen mag ick) diesenVortrag nicht noch empfehlen; von dieser Seite hatman ihn zu sehr und zum Schaden empfohlen. Eu-xlides Mathematik weiß für Könige keinen andernWeg, als für Schulwciscn; und ist das bequem ensä Laxtuni um nichts als der Erleichterung und desVergnügens wegen: so ist an dieser Empfehlung
wenig. Vielleicht ist aber mehr an ihr, und gar soviel, daß ich die harte und sparsame Syntbesis derphilosophischen Methode dem natürlichen Gange zu-wider halte, den unsere Seele nimmt, wenn sie ler.net: dies hatte freilich viel auf sich!
Der Vortrag ist ohne Zweifel der beste, der daanfangt, wo ich anfangen wollte: von den Ideen,die ich schon habe: und von den Worten, in denenich jene aufbcwahre. Er gehet auf der Balm desguten gesunden Verstandes fort, noch finde ich michalso auf bekannten Wegen: ich nähere mich dem Ge-biete der Vernunft; mein Führer laßt mich aber nochnicht das Land meines Ursprunges aus dem Gesichtverlieren: ich trete endlich, kundig des Weges hin-ter mir, von selbst Stuffenweise höher, bis ich allesin einer Sprache übersehe, die ich mir selbst ausgc-,dacht zu haben dünke. So ist ein Lehrbuch der phi-losophischen Erziehung.
Lehrbücher von der gewöhnlichen Unterweisungsind das Gegentheil, aus seiner Welt- und Denkartund Sprache findet sich der Lehrling in eine andereWelt, Denkart, Sprache verzückt: er versteht nichts,er muß sich alles erklären lassen: er kommt auf nichtsselbst: er muß begreifen, und den Anfang zu allemglauben. Um gebildet zu werden, mußte er Phi-