i63 Fragmente zur deutschen Literatur.
klang und Synonymen eben zuletzt — keine histo-ris che, für die Geschichte bleii't also in allen andernSprachen Platz — reine theatralische, und Äoma-ncnsprame: folglich mögen immer die Herzens- undMilzausdrücte wegblcibe» — keine Frauenzim-mer sp ra c t, e, und so mag sie trocken, Einförmigund unangenehm seyn, wie die Algebra: sic kann,
alles seyn, was er ihr Schuld giebt: sie mag esaber auch, oder vielleicht muß sie cs seyn, als eineCharakteristik philosophischer Begriffe.
So sind also ein guter Theil seiner Einwendun-gen verflogen, und die andern halten eben so wenigStich, wenn ich unterscheide: die philosophische Spra-che soll ja ein ander Ding seyn, a.ls die Sprache fürden gemeinen Verstand (ssns acuniwrin), anders,als eine Sprache zum täglichen Umgänge, anders,als zum angenehmen Bücherlesen. Dieses «alles willsie ja nicht seyn, kaum sich mit allen vergleichen, amwenigsten ihnen zur Last fallen.
Und überhaupt vergisst der ganze Abschnitt: isteine gelehrte Sprache möglich zu erfinden ? seinegroße Aufschrift so ganz, dass der Verfasser vom Er-finden aufs haben, vom haben aufs Wissen, vomWissen aufs Sprechen, vom Sprechen aufs hören,vom hören aufs lernen, vom lernen aufs Akademi-sche lehren in einem halbjährigen Collegio, hievonaufs gebrauchen, aufs lesen zum Zeitvertreib undwo mehr hin? kommt H-und mit allem nur so vielbeweiset: wie er seinen eigenen Vortrag ssür genüg-same Dosis gelehrter Sprache, und vielleicht für diebeste gelehrte Sprache halte. In beiden kann errecht haben, wenn voraus der Mittelpunkt der Be-