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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
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157
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Erste Sammlung. 107 -

der geleistet, der uns die vornehmsten GesprächePlatons gäbe, wie Moses uns den Phadongab? Plato wurde dem Sokrates durch einenTraum verkündigt, daß ein junger Schwan aus demAltar des Gottes der Liebe ausflöge, und in seinemSchooße niedersäße: nachher sich auf seinen Schwin-gen gen Himmel erhübe, mit einem Gesänge, derdas Ohr der Götter und Menschen ergötzte. O säßein dem Schooße des Griechischen Plato auch einsolcher Schwan nieder, um, was er in seiner Spra-che sang, uns in der unsrigen vorzusingcn. SeinUebersetzer muß den Dämon Sokrats zum Freun-de haben, der ihm in der Weisheit selbst, und indem Gewände derselben, dem Sokratischcn Vorträge,Rath und Unterricht gäbe: diesem Göttlichen, wasin Sokrates wohnet, opfere er, wie der junge T h en-ges Gebet und Opfer, und was die Weissager wollen,damit er sein Vertrauter sey.

Ich habe die Griechische Prose in einem Zcit-«lter betrachtet, in welchem sie die Göttin der Ue-berredung, die Suada mit holden Lippen, auch inBüchern zu sprechen scheint: und was darf ich sie,zu meiner Absicht, in das Gebiet der Kunst be-gleiten, da Redner und Rcdekünstler, vom De-mosthenes zum Isokra tes hinauf ihr den gan-zen Umfang des schönsten oratorischen Numerus,der Weltweise Aristoteles aber mit allen seinenNachfolgern ihr den genauen Umriß einer dogmati-schen Sprache gaben. Unter allen diesen Händenmüßte ich sie als ein Werk der Kunst betrachten:viele Künstler gaben ihr eigene, und' vortrefflicheKünstler vortreffliche neue Gestalt. Nachdem tausend