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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
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150
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abn Fragmente zur deutschen Literatur.

Chorus unterschied; wie weit jener noch die Sprachedes Lebens selbst mit seiner singenden Deklamationnachahmen konnte, dieser aber sich dem hohen Lyri-schen näherte; wie manches Eigene in den Sylben-maaßen und in der Natur der griechischen Thcater-sprache lediglich hieraus erklärt, und also sehr un-recht nachgeahmt wird: wie vieles, das man demtheatralischen Gesetzgeber, Aristoteles, als Ei-gensinn ausgelegt hat, eben hiedurch griechisches Bür-gerrecht in diesem Zeitalter erhalt:> eine Mengeanderer Betrachtungen bieten sich dar, wenn manin Ä e s c h n l u s und Sophokles dem Leitfadennach ehen wollte: wie in ihnen das der Naturzur tragischen Kunst ward? wie cs daher durch denWeg des Entsetzens und Erstaunens zur Rührung,und durch das kühne Ucbectriebene des Aeschylus indas schone Gleichgewicht kam, da Sophoklesdie Sprache des Lebens auf den Kothurn erhöhete,und die hohe aber ungekünstelte Sprache des ems;in die lyrische Natur des Chorus umschuf.

Da sich bei Pindar, der die lyrische Kunst aufden höchsten Gipfel brachte, ein zu reicher Vorrath'von Anmerkungen zeigen muß, wenn man ihn gegenHomer hielte: so ists besser, lieber nichts, alsetwas unvollständiges zu sagen. Der Zweifel einesmeiner Leser, *) wie ich mir viele wünschte, geht,wie ich glaube, von selbst aus einander: daß nachmeiner Hypothese Pindar vor Homer seyn müßte.So wenig, als Kunst vor der Natur seyn kann,

g Bibl. der sch. Miss. Band l»., St. r.