Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

«48 Fragmente zur deutschen Literatur.

traue mir zu behaupten, daß dieser Fortgangder Griechischen Poesie, der die Grundlinie zur Ge-schichte derselben sepn muß, ziemlich genau zu ent-werfen wäre: denn das ganze Griechische Alterthumhat ihn immer vor Äugen: leitet alles aus Homerher, behalt diesen immer im Gesichte: nennet die

Werke und die Verdienste der Dichter meistens imGesichtspunkt aus ihn, und ist voll von kleinenNachrichten, die uns diesen Fortgang der Poesieauf dem Wege künstlicher Musik vcrrathen.Daß wir aber von dieser Spur noch so wenig babenbemerken wollen, daß man bei jedem GriechischenDichter alles erkläret, beschreibet, erläutert, erzählet,erörtert, nur die einzige Kleinigkeit nicht, wie-fern und worin er Dichter (7000:1^5) w ar?dies mag uns zeigen: wie wenig wir noch zu einergriechischen Geschichte griechischer Dichtkunstauch nur Materialien angeführt haben?

Damit man mich nicht wieder auf erbärmlicheArt zurecht weisen dürfe, als vergäbe ich derPoesie in diesem Zeitpunkte etwas: so muß ich wi-der Willen in Exempel ausschweifen.

Wäre ich ein Ausgeber des Tyrtaus, stattaller historischen Rhapsodien von ihm, sollte es mirzum Hauptaugenmerk seyn, was dieser

der Poesie für neue Kunst gegeben?wie er mit seinen Elegen und Anapästenneuen Flötengesang erfand, so kriegerisch, soschrecklich und unerhört, daß Feinde flohen, undMutblose fechten mußten? Durch was für Wege^r den allgemeinen Ruhm erwarb, die Hcldsnpoesiebis zur höchster Stärke des Schlachtgesanges hinauf