zu, um die Alten dieses Zeitalters poetisch zu lesen.Wenn ich den Homer lese, so stehe ich.'im Geist inGriechenland auf einem versammletcn Markte, undstelle mir vor, wie der Sänger Zo stm Plato dieRhapsodien seines göttlichen Dichters mir vorsinget.„Wie die Eorybantcn, Don der Melodie des Gottes,„der sie begeistert, entzückt, ihre trunkene Freude in„Worten und Geberdcn zeigen; so begeistert ihn Ho-„mer, und macht ihn zum göttlichen Boten der Eöt-,,ter." In dieser Entzückung erfüllet die ganze Har-monie des Hexameters, und die ganze Pracht seinesPerioden mir Ohr und Seele; jede Verbindung , undjedes Beiwort wird lebendig, und tragt zum Pompdes Ganzen bei: und wenn ich mich wieder zurückin mein Vaterland finde: so beklage ich die, so den.Homer in einer Ucberfetzung lesen wollen, wenn esauch die richtigste wäre. Ihr leset Erricht mehr Ho-mer, sondern etwas,- was ohngcfahr wiederholet,was Homer in seiner poetischen Sprache unnach-ahmlich sagte.
Ich unternehme es nicht, diesen poetischen Rhyth-mus, zusammt seinem ganzen lebendigen Eindruckauf die Sprache des Dichters zu erklären: allein wieoft, wenn ich ihn wenigstens mir selbst lebendig zumachen gesucht wie oft habe ich alte und neue Scho-liasten beklagt, die den Homer mit Mißverständ-nissen, Übeln Deutungen und Zankereien übcrschwem-metcn, blos weil ihnen das poetische Ohr cntgieng,das diese Sprache des Dichters hören, fühlen undverfolgen konnte. Wie ? würden alsdenn wirklichWortgclchrte Scholiasten, und schickliche Ucbersetzeruns. das ungriechische barbarische Ohr so oft hören