Erste Sammlung. rr3
rer Sprache noch so sparsam sind. Ovids Verwand-lungen sind auf der einen Sute so unschmackhast, alsFecnmacchen nur seyn können; auf der andern aber,wenn sie aus der Mythologie uns bald dies, balddas erklären, wie es ward? fo lassen sie sich lesenals unterhaltende Anekdoten, aus dem Archiv gött-licher und menschlicher Erfinder, als Erdichtungen,die eine reiche dichterische Einbildungskraft gebar.Vor allen stehet auch hicrinn Homer voran, der eineganze Geschichte in ein Bild; und die ganze Schö-pfung einer Sache in ein mythologisches Märchenzu kleiden w.iß: in ihm laßt sich über die Philosophieder ersten Zeit so angenehm und begeistert schlum-mern, als in dem Tempel des dichterischen Apollo,der göttliche Träume sandte.
Wüßte man nun den Dichter mit dem Philoso-phen zu verbinden, und was beide Isifecn, in Geschich-te zu verwandeln: — ein Plan, den der elende k?o-1)-äorus VerZilirrs so verdorben: — ei» Plan, zudem G o g u c t mir vielem Fleiß gesammlet: — einPlan, über dem Jselin und andere mit Ruhmgearbeitet, — was würde er werden, unter der Handeines Weiscnüber dieKindheitder Zeiten?Gewiß mehr als ein Kräuselspiel der Phantasie undein Zeitvertreib müßiger Leser. Mit dem Ursprüngeeiner Sache entgeht uns ein Theil ihrer Geschichte,die doch so viel in ihr erklären muß, und meistensder wichtigste Theil. Wie der Baum aus der Wur-zel: so wachset Kunst, Sprache und Wissenschaftaus ihrem Ursprünge herauf. In dem Saamenkornliegt die Pflanze mit ihren Thcilen; im Saamen-thier das Geschöpf, mit allen Gliedern: und in demHerders Werke z. schön. Lit, u. Kunst, s, H F>n§mentc.