ii2 Fragmente zur deutschen Literatur.
che hin: für mich und meine Leser. — Es ist immereins der angenehmsten Felder, auf welche sich diemenschliche Neugierde verirren kann: über den Ur-sprung dessen, was ist, , zu philosophiren. Könnenwir eins nur halb mit dem süßen Traume schmeicheln,zu wissen: was etwas sey? unbefriedigt klettert un-sere Wissbegierde sogleich höher an: war es immerso? wie ward es ? Zuletzt hat sie sich also bis auf denkühnen Gipfel verstiegen, auf dem sie wie ein Wol-kengefchöps erscheint: den Ursprung selbst wissen zuwollen: ihn entweder historisch zu erfahren, oder phi-losophisch zu erklären, oder dichterisch zu muthmaßcn.
Das letzte ist freilich nur für die Einbildungs-kraft befriedigend: für den Verstand höchstens eine
Spur von Fußtritten, um zu der Höhle zu kommen,wo der Riese selbst schlummert; aber auch in dieserAbsicht voll Reiz. Die ältesten Nachrichten von derKindchic der Welt: der Anfang merkwürdiger Ver-fassungen: früke Erfindungen in Wissenschaften undKünsten: die Kosmogonien, die sich jedes Volk er-träumte: die dichterischen Fiktionen, in welche sich
alle Weisheit und Kunst, bei ihrer Geburt, wie inWindeln cinkleideten — alle diese Ueberblcibsel von;Ursprünge der Dinge würden, wenn man sie alsReste eines alten Aeons sammlete, Baugerath zu ei-nem Tempel seyn, der von Ruinen erbauet, großins Auge siele. — Mit welchem Vergnügen durch-traumen wir dichterische Erzählungen von diesem undjenem Ursprünge! hier den ersten Schiffer,dort den ersten Kuß, bier den ersten Garten, dortden ersten Tobten, hier das erste Camccch dort daserste Weib: Erdichtungen, in denen die Dichter unse-rer