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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
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108 Fragmente zur deutschen Literatur.

dieser Zeit der Sprache möglich, da man noch nichtsprach, sondern tönete; da man noch wenig dachte,aber desto mehr fühlte; und also nichts weniger alsschrieb.

So wie sich das Kind oder die Nation änderte:so mit ihr die Sprache. Entsetzen, Furcht und Ver-wunderung verschwand allmählich, da man die Gegen-stände mehr kennen lernte; man ward mit Auen ver-traut und gab ihnen Namen, Namen, die von derNatur abgezogen waren, und ihr so viel möglich imTönen nachahmten. Bei den Gegenständen fürs Au-ge mußte die Geberdung noch sehr zu Hülfe kommen,um sich verständlich zu machen: und ihr ganzes Wör-terbuch war noch sinnlich. Ihre Sprachwcrkzeuqewurden biegsamer, und die Accente weniger schreycnd.Man sang also, wie viele Völker es noch thun, undwie es die alten Geschichtschreiber durchgehends von ih-ren Vorfahren behaupten. Man pantomimisirte, undnahm Körper und Gcbcrden zu Hülfe: damals wardie Sprache in ihren Verbindungen noch sehr unge-ordnet und unregelmäßig in ihren Formen.

Das Kind erhob sich zum Jünglinge: die Wild-heit senkte sich zur politischen Ruhe: die Lebens - undDenkart legte ihr rauschendes Feuer ab: der Gesangder Sprache floß lieblich von der Zunge herunter, wiedem Nestor des Homers, und sauscltc in die Ohren.Mannahm Begriffe, die nicht sinnlich waren, in dieSprache; man nannte sie aber, wie von selbst zu ver-muthen ist, mit bekannten sinnlichen Namen; dahermüssen die ersten Sprachen bildervoll, und reich anMetaphern gewesen seyn.