io4 , Fragmente zur deutschen Literatur.
III.
Der Faden ist einmal gerissen; warum soll ichihn mühsam anknüpsen? — Unsere Sprache ist inder Zeit der Bildung, und das Wort Bildungder Sprache ist beinahe als ein Losungswort anzu-sehen, das heut zu Tage jedem auf der Zunge ist,Schriftstellern,. Kunstlichtern, Ucbcrsctzcrn, Welt-weisen. Jeder will sic auf seine Art bilden: undeiner ist ost dem andern im Wege. Wie also, wenncs jedem erlaubt ist, zu bilden: so sey es mir dock)erlaubt, zu fragen, was bilden heißte was eineungebildete Sprache sey? und was für Revolutionenandere Sprachen erlitten haben, ehe sie ausgcbildcterschienen? — Wenn jeder seinen eigenen Wegnimmt, um auf die Vollkommenheit einer Sprachegerade los zu gehen; ich sehe diese Wege sich durch-schneiden, gerade gegen einander laufen, von einan-der abgchen; ist cs nicht der Nachfrage Werth: wodenn alle hingchen? ob sie in ein Zauberschloß derVollkommenheit zusammen treffen; oder ob manmehr als einen Merkstab stecke» müsse, wo sie hin-aus laufen? — Damit will ich nun keinen Fußgän-ger auf seiner Bahn irre, und keinen Parthcigan-aer, dem alle Wege gleich gut sind, zu meinemNachfolger machen: für mich selbst will ich dicSpra-che in verschiedenen Zeitaltern, auf verschiedenen Stu-fen, in mancherlei Gesichtspunkten der Bildung ken-nen lernen; vielleicht laßt sich denn über ihre Bil-dung was Gewisses bemerken, was Vollständigesentwerfen, und was Nützliches vorzeichnen.
Allerdings behalte ich beinahe immer die Grie-chische Sprache*) im Auge; in und von welcher