lvo Fragmente zur deutschen Literatur.
sich diesen Namen anmaßen könnte. Eden weil ichin diesem Wert mrhr finde, als den Kern desselben,aus Grammatik und Schuloratorie heraus zu klau-ben, eben deswegen bin ich damit so eigensinnig undsparsam. Uebcrall höre ich clafsisch nennen: was istdenn elastisch? Elastisch für wen ? Elastisch in wel-cher Materie? Himmel! kann man denn alle dieseFragen übergehen? Und übergeht man sie nicht,wo wird man mit den meisten canonisirtcn Schrift-stellern bleiben?
Man bringt mir z. E. Gottscheds wohlweiseDicht- und Redekunst — ein elastisches Buch ?Das glaube ein anderer, als ich; ehe ich sie dafür,und für Sibyllinfcye Bücher bezahle: lieber ins
Feuer! Man bringt mir Mosheims Akademi-sche Lehrbücher — Elastische Schriften? fürwen denn? zu claffinchcn Schriften träume ich mirdoch ein anderes Publikum, als akademische Lehr-linge! Und in Lehrbüchern den einzigen Elas fi-schen Schatz der DuB'chen Nation finden zu wol-len , ein ganzes Publikum zu Schulknaben zu ma-chen — hier füble ich Schaamröthe auf meinenWangen aufgeben! Man fakrt fort*): „Mos-heims Geschichte des Servetus — Elaf-sisch!" ich bin noch verlegen! Nun ja denn endlich,wenn man will, classisch; aber doch nicht fürjede Gattung der Schreibart? höchstens in einereingeschränkten Gattung derselben, der Historie -—und noch enger in nicht nuhr als einer Gattung deshistorischen Styls; weiter nicht! —Jetzt tritt Abbt **)
') si Briefe über den jetzigen Zustand der sch.^ W.
Breslau, 1/55.
**) Lit. Br. LH. iZ. pag. g8. u. s. w.