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er schreibt, und in unserer Zeit ein seltenes Musterist. Gesunden Menschenverstand in den Kanzelvortragzu bringen, der das Mittel zwischen gelehrter Weis-heit und unverständlicher Wortkramcrei halte, derden Jüdischen und gelehrten Griechischen Ton miteinerlei Vorsicht vermeide, der die Kanzel erniedrige,aber weder zum Mosaischen Stuhl eines Rabbi, nochzu einem philosophischen Eatheder — zu dem Redners-orte eines Freundes, eines Vertrauten, eines Sce-lensorgers — dies sei der Charakter Deutscher Pre-digten. Welch ein Unterschied, wenn ich Spal-ding mit einem ebenfalls denkenden, gelehrten,und beredten Theologen vergleiche; es ist kein ande-rer, als Acken. Wenn ich die Predigten dieses Man-nes, als erbauliche Abhandlungen ansehe: so verbin-den sie philosophische Genauigkeit, Deutschen Nach-druck, und Griechische Schönheiten mit einander biszu den kleinsten Theilen: zu lesen sind sie vielleichtPredigten, die die meisten Franzosen an Gründlich-keit, die Engländer an keinen Verzierungen, undseine Landsleute an nachdrücklicher Kürze in dieserArt von Schriften hinter sich lassen. Darüber wun-dere ich mich also nicht, daß sie wider ihr Verdienstunbekannt geblieben; denn sie sind ja keine Postillen,und keine blendenden Sermons; aber das bedaureich, daß dieser Deutsche Chrysostom theils schon inihnen oft ein heiliges Dunkel wölbet, dem System,dem Gesichtspunkte und dem Vortrage nach; theilssich nachher so hat verirren können, um vom Ur-sprung der Opfer auf mystische Art zu schreiben:Irakert se tsctus nesiula. iVIirabile clictu!
6. Sokrates führte die Weltweisheit unterdie Menschen; hier ist der philosophische Schriststekr