Erste Sammlung. 89
schönen Gewände auf das darunter Verhüllte, undvon dem schönen Anstande auf die Seele schließt-allein vielleicht würde ein Prvxenides *) über seinKunststück urthcilen: führe diesen Paris in dieEleusinischen Heiligthümer, daß er die Schönheitnackt erblicke, und nackt sage. Indessen werkann so genau die Granze finden, daß der Fleißnicht Mühsamkeit verriethe, der Geschmack sich nichtmanchmal mit schönem Eigensinn paarcte, und derUnterricht nicht oft nach Grundsätzen eine Lüsternheitübrig ließe. Ich urthcile frei, wie ein Deutscher Iihr Deutsche! haltet ein Werk wcrth, an dem derFranzose blos etwas vom Geschmack, der BritkevomFleiß, und der Walsche vom Unterricht abborgenkann: das ganze ist euer!
Von den Denkmälern der Kunst komme ich zudenen, die den Bürger bilden! Und da steht einDeutscher Browne!
3 . Moser**) kennet das Schroot und Korn derdeutschen Sprache: der alten Lutherischen Religion,der alten Freiheit, Ehrlichkeit, und gesunden Ver-nunft unserer Vater: und er kann mit mehrcrcm
Rechte unser Deutscher Browne seyn, als andere
Vermukhlich ein Cicerone.
**) Dieses ganze Bild ist nach der Idee gezeichnet,die der Verfasser aus den ersten Moscrschen Schrif-ten zog. Er stellet es hin, ohne untersuchen zukönnen und zu wollen: wie weit nachher Viel-schreiberei, veränderte Situationen und halbver-standene Religionssatze den Herrn von Moserhaben bringen können.