go Fragmente zur deutschen Literatur.
mit Platonischen Traumen, und mit ckncr hypochon-drischen Fülle von politischer Tugend. Wie P arr-ha sin s dort den Geist der Athenienser mahlte, „der„veränderlich, rachsüchtig, ungerecht, unerbittlich„und gnädig, ruhmredig, erhaben und niedrig,„wild und feige und alles zugleich war" so könnteMoser den Geist der Deutschen mahlen, wie er war,und wie er ihn haben wollte. Alsdenn aber mußauch in dem Geschmack der Erfindung keine from-me Misanthropie, in der Zusammensetzung kein un-gesunder Ucberfluß, in der Zeichnung kein schiefer Ge-schmack herrschen, der halb Französisch und halb Brit-tisch ist. Er liefere sein Werk auch der Form nachmit allen Deutschen Vollkommenheiten geschmückt:tiefsinnig, reich, und wahr in der Erfindung; vollBedeutung in der Aufammcnfetzung, männlich in derZeichnung, und in der Ausführung vollendet. Jetzomuß der ehrliche Deutsche Leser bei allen MoserischcnSchriften sämmtlich und sonders bedauren: daß derMinister zu sichtbar diktire, der Welkweisenicht Zeit genug, zu verdauen, und der Schriftstellerv nicht Muße genug, selbst zu schreiben und anzuord-nen habe. Hätte der Verfasser irgend in Deutsch-land einen andern Amphi tryon, der die Machtund Geschicklichkeit besäße, seine zerstreuten Gedankenzu verbinden: die wassersüchtige Fülle in einen Kör-per zu verwandeln, wo volle gesunde Adern untereiner feinen Haut sich verbergen: ein zweiter Moser,der auch bisweilen sein Antipode ftyn könnte, umviele schwermüthige Klagen mit leichtem und gesun-dem Blut zu lesen, ja der ihn endlich davon abbrach-te, ein Prediger in der Wüste zu seyn. — Solltees nicht mit zur Deutschen Nationalfreiheit gehören,