Erste Sammlung.
75
auch als Gräber und Jäger sie durchsuchten. Calorschrieb über die Aehnlichkeit der Sprachen; Varroüber die Etymologie; Leibni; schämte sich nicht,ein Sprachforscher zu scyn, und wir, trotz unsererDeutschen Gesellschaften, haben hierin wenig odernichts gcthan.
rn.
Männlich und stark ist also unsere Sprache inihren Elementen — rauh und fest in ihren Sylben-maaßen — gesetzt und langsam in ihren Wortver-kehrungen — nachdrücklich und ernsthaft in ihrenIdiotismen: soll ich also u nscrcr ga n z en S c h re i kl-ärt Eharakrcr geben: so nehme ich diese Stückezusammen, und sage: ernsthafte Prose, ticf-sinnnge Poesie: dieß ist der Platz, den unsereNation vielleicht am cigcnthümlichstcn nehmen konnte.
Nehmen darf sie ihn nicht mehr: sie hat ihnschon: hat ihn vorzüglich vor Alten und Neuern:hat ihn in allen Gattungen der Schreibart; nunsuche sic ihn nur zu behaupten, und sich vor dennahe liegenden Abwegen zu hüten. Der Verstandhat sie aul einen erhabenen Hügel gestcllet: hier stehesie, ohne andern Nationen ihren Platz zu beneiden,und Gemsenartig nach dem Gipfel derselben über-springen zu wollen. Sie verliere sich aber auch nichtauf die kleinen Ncbenhügel, rings um ihren Sjz,oder steige an den Fuß des Berges, um daselbst zuschlummern.
Beides haben wir gcthan. Bald andern Na-tionen nachgeaffct, so daß Nachahmer beinahe