Erste Sammlung-
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Unsere Sprache ist reich an Idiotismen,und Idiotismen sind Patronymische Schönhei-ten, und gleichen jenen heiligen Oelbäumen, dierings um die Akademie bei Athen ihrer Schutzgöt-tin Minerve geweiht waren. Ihre Frucht durstenicht aus Attica gehen, und war blos der Lohn derSieger am Panathenäischcn Feste. Ja da die Lace-dämonier einst alles verwüsteten: so ließ die Göttin
es nicht zu, daß diese fremde Barbaren ihre Händean diesen heiligen Hain legten. Eben so sind dieIdiotismen Schönheiten, die uns kein Nachbar durcheine Ucbersctzung entwenden kann, und die der Schutz-göttin der Sprache heilig sind: Schönheiten in das
Genie der Sprache verwebt, die man zerstört, wennman sie austrcnnct: Reize, die durch die Sprache,wie der Busen der Phrvne durch einen seidenen Ne-bel, durch das Wasscrgcwand der alten Statuen,das sich an die Haut anschmiegct, durchschimmcrn.
Idiotische Schriftsteller also, die selbst den Ei-gensinn ihrer Sprache nutzen, aus dem Ueberflüßigcnund Unregelmäßigen derselben Vortheile ziehen, ausihren Fundgruben Scheätze hcraufholen, und so schrei-ben, als sich nur in dieser Sprache schrei-ben läßt, sind ein Schatz der Nation: sie sindNationalschriststcller in hohem Verstände. Die Tu-genden und Schönheiten ihres Ausdrucks wurdenkeinem fremden Lande entführt, sondern aus ihrerSprache gebohren; und so wird man keine Kriegeum eine geraubte Helena zu befürchten haben.
Eben so schwer lassen sic sich entführen: siesind wie Gewächse, die unter einem fremden Him-
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