38 Fragmente zur deutschen Literatur.
tunq, und dem Schalle Munterkeit: cs nimmt demVokal etwas vom Laute, und giebt dem Mitlautcretwas dazu: es verhindert die gar zu große Oeff-nung des Mundes bei den Vokalen, und die Zerrungbei den Consonanten: daher die Griechen, die dirHauche (Ljairitrrs) bei ihrer Sprache so sehr brauch-ten, um insonderheit das Wsilon fortzustoßen, imphysischen Verstände den Ausspruch des Horaz ver-dienen:
— Oiajis ässtit c»rs lotunclc»logui.
Und doch reicht die Griechische Sprache hierinnicht an die Morgenlandischen, deren Aspirationen,(z. E. bei den Hebräern N, N und kaummehr zu bestimmen sind. Die Römer, die ihreSprache so Griechisch als möglich machen wollten,nahmen daher aus ihr auch die Hauche auf, umihre alte Mundart zu mildern, Quintilian führt an,seine Alten haben aoäus, ireus (statt stasäus, siircuo)gesprochen: aus dem' Griechischen aber habe mandas H dazu genommen, Ja, wenn man das Catul-lischc Cpigramma kennet, das über ftiirkiäiso undftionios (statt inüäiLs und ionios) spottet: soweiß man, daß die Kleinmeister vom lieblichen Tonihn endlich zu allgemein auch bei den sanften Voka-len, die ihn nicht nöthig hatten, machen wollten.Cicero ärgert sich, daß er dem Volke zu gefallen,xuIoUer und iriurupkius, statt pulcer und tiüuni-pu8 aussprechen müßte, und Quintilian nochmehr, daß man schon ausschweifte, um clroronuund xrascUo zu schreiben*). Die Nördlichen Völ-
*) Hier im Vorbeigehen eine kleine Schulanmerkung,die unserer neuen Ortographie nöthig ist. Dir