34 Fragmente zur deutschen Literatur.
zurückprallend; nicht aber rauh und unaussprechlich:tapfer, wie das Volk, das sie-spricht, und nurWeichlingen furchtbar und schrecklich: nicht unwirth-bar gegen Fremde; aber Landstreichern oder zu entle-genen Nationen unfreundlich anzuschauen.
Es sey also, daß ein Römer unsere Spracheschildern würde, wie Tacitus unser Land: Irrkor-Msrw tsrris > coslo, trisrsiw cultu nä-
s^sctuqus — wenn er sie näher kennete, würdeer einen Bardengesang in ihr finden, der beiseinem rauhen Ton», bei seinem dumpfen Laut, beiseinem vollen und schweren zurückprallenden Schalle,das Lob verdienet: nee täur voaeo illns, gunrwvirtutis eonLentus vläentui: Und wasdürfen wir uns unsrer Eonsonanten schämen, wennsie Eoncente der Tapferkeit sind, um Götterund Stammväter unseres Volks, Helden und Er-retter der Nation zu preisen, Schlacht - und Sie-geslieder andern Völkern unnachgesungen zu sin-gen. —
Damit sich aber unsere Laute nicht unter diesegehauste Eonsonantcn verlören: haben wir mehrDoppellauter und stärkere Vokale,—zwarwieder nichts als die Griechen, aber gewiß als unsereNebensprachen. Wir verlieren viel, daß wir diehohen Doppellauter des Dorischen Dialekts zumTheil entbehren, und die Dorischen Provinzen Deutsch-lands lassen diese Fülle hören, selbst wo sie sich imLesen nicht sehen läßt; Aber noch mehr verlierendie Franzosen, wenn sie unsere wenigsten Doppellau-ter von Ai bis Au in ihrer Sprache entbehren, wiesich hier über einzelne Stücke manches sagen ließe,