Zr Fragmente zur deutschen Literatur.
ist, wäre die nicht, noch nach allen Revolutionen, eineursprüngliche, eigenth ü m liche Nationalspra-che? Ist sie es nicht; so kann cs sicherlich keine vonallen jetzt lebenden gelehrten Sprachen hcifien. Isteine; so ist es unsere Deutsche.
Man betracht« ikc körperliches Gebäude von derMechanik einzelner Glieder bis zur Bauart und Ge-stalt des Ganzen: man lerne in den Geist sehen, dersic gestaltet hat, der sie belebt und bewegt; so er-blickt man ein Geschöpf eigen er Art, das Aehn-lichkeiten mit andern, aber das Urbild in sich selbsthat. Man gehe so weit man kann, auf die Würdeihrer Ahnen zurück; ohnaeachtet aller Völkerwande-rungen, und mancherlei Schicksale der Familien, wirdman in ihr das achte Geblüt der Vater finden. Mitihren Nachbarinnen verglichen, erscheint sie wie einfeste» Land , das mit Meeren und schwimmenden J'n--sclu umgeben, auf seiner Wurzel sicher rubt. Mit derNatur ihrer Eigenthümer verglichen, ist sie ein Gothi-scher Pallast für eine Gothische Nation, für den Ehren-namen tapferer Barbaren, eine barbarische Sprache.
Können wir uns also nicht fürausgedcn, die aus eigenem Grund und Boden hervor-gcwachsen, unvermischt mit'andern, und alter als derMond sind: so wollen wir uns doch derselben, alseines Eigenthumes rühmen und mit patriotischemStolze Idioten seyn, nach der griechischen Bedeutungdieses Wortes.
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„Unsere Sprache habe wegen der überhäuften Con-„sonannten etwas barbarisches an sich" — so reden
unsere