Erste Sammlung»
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schung nähern, und oft ein Cerberus seyn, der ausneun Rachen neun verschiedene Spracharten, wie-wohl in reinen und eigenen Worten herausstößt.Wenn jede Sprache Eindrücke nachlaßt in den Wis-senschaften, die in-ihr wohnen: so muß man es un-streitig der Literatur ansehen können, in wie vielenHänden und Formen sie gewesen: in wie mancher-lei Sprachen übet sie sep gedacht worden.
Jeder Kopf, der selbst denkt, wird auch selbstsprechen, und so wird wieder scin Vortrag nach ihmgebildet: er wird seiner Sprache Merkmale von sei-ner Seh-, von den Schwachen und Tugenden seinerDenkart, kurz eine eigene Form Andrücken, in wel-che sich scine Ideen hineinschlugen. Nun habe ichdurch Erfahrungen bemerkt, daß nicht bei jedem,der da denkt und spricht, Gedanke und Ausdruckaus eine gleich feste Art zusammen zu hangenscheinen: daß nicht blos bei dcm einen der Vortragloser und biegsamer ist, als bei dein andern; sdenndies ist zu bekannt und leicht zu erklären;) sonderndaß bei diesem der Gedanke selbst mehr an dcmWorte klebe, und gleichsam die ganze Denkart sym-bo lisch er und z e i c h en d eute n d c r sey, als beidem andern. Es ließe sich über diese Bemerkungmanches, und vielleicht manches nützliche sagen —was aber nicht hichec gehört. Hier sey es genug,daß, wenn wir auch nur einige Schriftsteller vonRang und Ansehen setzen, die ihre Gedanken derSprache oder die Sprache den Gedanken auf so eig-ne Art anpassen: so giebt es nothwendig im Kleinenund Großen beträchtliche Phänomene.
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