IS Fragmente zur deutschen Literatur.
riellcn seiner Sprache eigne Ländereien, Fel-der und Blumenbeete hat. Und wenn der Land-messer zugleich des Staats kundig ist, so vernünftleer darüber, was dieses ganze Heer von Dialektenfür Wirkungen auf das Ganze habe, was für Nutzenes der Republick bringen könne, wie unter allendiesen Neben - und Anwohnern eine Familiennach-barschaft zu errichten und zu erhalten sey: wie sieendlich am füglichsten durch allgemeine Gesetze regiertwerden müssen, dass weder die Macht des Staats-korpers, noch die Freiheit einzelner Glieder darunterleide. Die einzelnen Glieder sind merkwürdigeSchriftsteller, die, wenn nicht mehr, so einen Wcin-stock und Feigenbaum haben, den sie selbst pflanztenund erzogen, unter dem sie also sicher und fried-lich leben wollen. Und gewiß auf diese Privatperso-nen und ruhige Bürger in einem Winkel der Erdedürfte wohl das meiste Eigenthum, und der meisteSchatzungsanschlag kommen: da die herrschende undgangbare Schriftsteller, die Archonten und Heer-schaarcn der Schreibart meistens auf Kosten andererleben, nichts Eignes haben, und nichts abgebenkönnen, Das letzte bestätigt ein Namenspiel ausder griechischen Sprache, die den Eigenthümcr(t-ftw-ry?) zugleich Privatmann, und unkriegerischen 'Bürger nennt, und ihn dem Befehlshaberdem Tyrannen, und dem Krieger entgegensetzte.
Mir Mühe muß ich mich von dem Plane kos-winden; eine Sprache, als ein Ge danken be-hälkniß der Menschen, einer Nation, ei-nes Stücks der Literatur, einer Schule ei-nes Schriftstellers anzusehcn: mein Blick
erweitert sich, wenn ich die Aufschlüsse betrachte.